Murmansk und so Teil 3 Skandinavien

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RolandderÀltere
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Murmansk und so Teil 3 Skandinavien

Beitragvon RolandderĂ€ltere » 06.11.2018, 00:43

Hallo,

ehrlich: Dieser 3. Teil unserer 2017er Jahresfahrt sollte schon lange Vergangenheit sein.
Statt rechtzeitig daran weiter- und jetzt auch schon so langsam unsere 2018er Jahresfahrt zu beschreiben, leisteten wir uns erst einmal das blödeste, was man mit solchen Vorhaben machen kann: Wir wurden krank.
Das wollen wir wirklich niee wieder machen! Ganz großes Indianerehrenwort!

Hier aber endlich unser Rest von "Murmansk und so...":


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Norwegen.1

„Vier, Norwegisch, Englisch, Deutsch und Spanisch.“ antwortete die norwegische Polizistin an der Grenze zwischen Murmansk und Kirkenes, die unsere ReisepĂ€sse gut fĂŒr eine Einreise nach Norwegen befand auf meine Frage, wie viele Sprachen sie denn so gut spreche, nachdem sie uns in einwandfreiem deutsch begrĂŒĂŸte.
Russisch war nicht dabei.

Wir waren wieder im „Westen“.

Eine ebenfalls perfekt deutsch sprechende UniformtrĂ€gerin erwartete uns außerhalb des AbfertigungsgebĂ€udes neben unserem Fahrzeug.

„Haben Sie Lebensmittel wie Fleisch, Wurst oder Molkereiprodukte bei sich?“ Fragte sie.
Mittlerweile wissen wir, dass diese Fragestellung recht brisant sein kann.
Wie genau unser Auto auf ein „Nein“ wohl gefilzt werden wĂŒrde, können wir nicht sagen.
Auf unser „FĂŒr unseren Eigengebrauch schon ein wenig“ wollte sie es auch sehen und rief noch einen Kollegen hinzu.
Wir zogen also unsere KĂŒhlbox heraus und durften dann den KĂ€se und die aller leckersten HartwĂŒrste in eine der drei bereitstehenden riesigen MĂŒlltonnen entsorgen, die selbst schon sehr voll waren. Es war ja auch schon Nachmittag...
Eingeschweißt, fĂŒr den SB- Verkauf und super gekĂŒhlt.
War das „Sie können das alles hier in Norwegen nachkaufen“ der Zollbeamtin jetzt ironisch gemeint, oder einfach nur „hilfreich“?
Unseren Alkoholvorrat hatten wir doch, bis auf den Milliliter und Promille haargenau innerhalb des Limits, wurden aber nicht danach gefragt.
HartwĂŒrste brauchen aber wirklich nicht alle die KĂŒhlbox...


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Klar, fĂŒr die Einreise nach Norwegen gelten andere Einfuhrbestimmungen wie innerhalb der EU.

https://www.toll.no/en/l/languages/de/n ... timmungen/

Wenn man nun aber auch noch wie wir aus Russland, also von außerhalb des „EuropĂ€ischen Wirtschaftsraumes“, einreist steht in diesem Link wesentliches dazu. Ergebnis: Siehe oben.

Unser Auge war danach nur sehr leicht blau.
Dunkelblau kann es offensichtlich schnell werden:
Ab Norwegen sind wir in einer Gegend, in der Strafen (auch fĂŒr Verkehrsdelikte u.s.w.) in einer viel schmerzhafteren GrĂ¶ĂŸenordnung verhĂ€ngt werden wie bei uns zuhause.
Trotzdem, oder vielleicht auch deshalb (?) sind wir ab jetzt im Land mit den glĂŒcklichsten Menschen auf dem Globus 2017.


Gute 100 Meter weiter begann dann auch sofort, hier normal: Der Wohnmobiltourismus.
Gleich auf dem ersten Parkplatz stand das erste Fahrzeug mit deutscher Zulassungsnummer.
Da aus Russland kommend, waren wir ab hier Exoten innerhalb dieser Szene. Dementsprechend hatten unsere GesprÀchspartner genau so viele Fragen wie wir. Am Anfang.

Auch ein, seit etlichen Wochen vermisster Genuss: Kein Einreise- oder Ausreisedatum unserer Visa wollte mehr beachtet werden. Entspannung pur.
Vom Start bis zum verlassen Russlands hatten wir ĂŒberwiegend „Die Zeit im Nacken“ . Wir waren ja festgelegt, eben wegen der Termine rechtzeitig unsere Russland Ein- und Ausreise zu schaffen.

Hier, fast wieder auf dem Heimweg gen SĂŒden, brachte schon ein Abstecher nach Norden in eine Sackgasse nach Grense Jakobselv: Kommunikation satt.


Von dort aus, bis ans Schwarze Meer, an die dortige tĂŒrkische Grenze verlief viele Jahre der sogenannte Eiserne Vorhang. Verlief, sagen die GeschichtsbĂŒcher. Wie eisern diese Grenze aktuell ist, oder gerade wieder wird, ist Politik.

Das Ende dieser Sackgasse ist bei Touristen vieler LĂ€nder Ă€ußerst beliebt. Wir haben dort ein paar Tage lang die interessantesten Menschen kennen gelernt.


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FĂŒr jeden Touristen diese 60 Km von Kirkenes zu fahren, wĂ€re von seinem BĂŒrgermeister zu viel verlangt. Die Begleitung des Berliner Europaabgeordneten der GrĂŒnen, Michael Cramer, war ihm (der rechte auf dem Bild) offensichtlich angenehm.
Der ist gerade dabei, seinen initiierten „Berliner Mauer -Radweg“ auf der Euroveloroute Nr. 13 nachzuahmen.

http://www.ironcurtaintrail.eu/

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Wenn auch das letzte Bild des 2. Teils „Murmansk und so...“ vielleicht anderes ahnen ließ, unsere FahrrĂ€der am Fahrzeugheck waren auf dieser Jahresreise ĂŒberwiegend Ballast.
Danach wurde das Wetter dann dermaßen feindlich fĂŒr unsere Fahrradfahrbegeisterung, dass wir meistens nur noch außen am FahrradtrĂ€ger „sportlich“ aussahen.
Unsere diesjÀhrigen Wochen in Skandinavien waren die nassesten Reisewochen, die wir je erlitten.
Die Standheizung lief fast jede Nacht.


Die Bewohner hier oben haben schon einmal GlĂŒck, dass die Sowjetunion Ende der 60er Jahre die Königskrabbe zur besseren Versorgung ihrer Bevölkerung in der Barentssee angesiedelt hat.
Wir auch!

https://vimeo.com/259402378

Zwischen den Minuten 2.15 und dem „entbeinen“ gab es bei Minute 2.29 den Gnadenstisch!

Auf dem Teller liegen ca. 50% der Krabbenmuskeln die ich bei Minute 2,20 im Video noch in der Hand halte:

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Die Gewinnung dieser Leckerei scheint relativ einfach zu sein. Auf jeden Fall das, was wir davon mit bekamen.
Wir lernten wesentliches darĂŒber.
Aber auch der andere Mittourist, dessen Stimme im Video hauptsÀchlich zu hören ist:
Als er erfuhr dass diese Krabben, die u. a. auch kannibalisieren, „kleine „Ersatzbeine“ besitzen die nachwachsen wenn ein „Hauptbein“ verloren wird, verlangte er nach einer allumfassenden Evolution: Er verlor sein linkes Bein vor 40 Jahren!


Die wohl hier oben meistfotografierte Stelle kurz vor Jakobselv:

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Hier kommt jeder westeuropĂ€ische Tourist ganz oben in Norwegen „den Russen“ am nĂ€chsten.

Im Navi fast schon eine BerĂŒhrung:

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Wir sind hier schon wieder „auf dem Heimweg“ nach SĂŒden!


Aus Russland brachte ich ja ein von mir selbstverschuldetes Problem mit ĂŒber die Grenze:
Unsere Kochgasflasche war leer!
Die ersten Versuche an Tankstellen, die laut Google Propangas verkaufen, liefen ins Leere: Wir hĂ€tten zwar volle Flaschen kaufen können, da haperte es jedoch an der GrĂ¶ĂŸe unseres Gaskastens und den AnschlĂŒssen. LPG aus der ZapfsĂ€ule war auch noch kein Thema.

Da gibt es aber „BILTEMA“!
Nicht nur ein Baumarkt!

https://translate.google.de/translate?h ... rev=search

Mit Biltema kamen wir in Kirkenes das erste Mal in Skandinavien in BerĂŒhrung. Dann gibt es diesen speziellen Super(„Bau“-)markt immer wieder bis RĂždekro in DĂ€nemark.
Einen dermaßen auf unsere aktuellen ReisebedĂŒrfnisse zugeschnittenen “Laden“ haben wir unterwegs noch nie gefunden!
Kopie aus Google: „großes Jungen-Spieleparadies“.
Googelt mal.

Unser Hauptgewinn war dann der wirklich standfeste Gaskartuschenkocher (dessen 450 Gramm Kartuschen auch bei uns zuhause ĂŒblich sind) mit bis zu 2,6 KW Heizleistung.

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Da bleibt der Gaz(190 Gramm)stechkartuschenreservekocher demnÀchst zuhause.


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Duale Problemlösungen sind Lösungen!
Auch knappe Urlaubszeiten lassen sich hiermit optimal fĂŒllen.


Preise

Norwegische Preise sind fĂŒr uns ĂŒberwiegend weit oben angesiedelt. Ist ja bekannt.
Wenn man, wie wir, sein Geld am liebsten in viele Reisekilometer investiert, wird man hoffentlich auch allgemein schon seine Erfahrung im Ausgeben haben.

Aktuelle Preisvergleiche hier:

https://www.lipalu-ferienhaus.de/norweg ... telpreise/

https://wechselkurse-euro.de/kurse/NOK-krone-norwegen/

Mit einem Wohn- oder Reisemobil haben wir ja Möglichkeiten zum bunkern.

Innerhalb der EU gibt es dafĂŒr keine nennenswerten BeschrĂ€nkungen mehr und zwischen EU und Norwegen bestehen die Festlandgrenzen eigentlich nur noch aus NationalitĂ€tshinweisen und natĂŒrlich Überwachungskameras. Mit letzteren wird wesentliches gefiltert!


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531 Straßenkilometer, ĂŒber Finnland in Richtung Nordwesten liegt das Nordkap von Kirkenes entfernt. Eigentlich „gleich um die Ecke“. Wenn wir uns den Besuch dort nicht schon 1993 angetan hĂ€tten, wĂ€re das wahrscheinlich unsere nĂ€chste Fahrtrichtung gewesen.
Ein zweites Mal wĂŒrde fĂŒr uns wahrscheinlich von dort nur der Eindruck „Nepp“ bleiben. Das brauchen wir nicht wieder. So ging es nach SĂŒden in Richtung Finnland und Schweden.

Internet

Bedarf, eine eigene Mobilfunk SIM Karte zu besorgen, kam fĂŒr die kurze Zeit in Norwegen nicht auf: Die öffentlichen WLAN Bereiche in Kirkenes waren uns absolut ausreichend!
FĂŒr den weiteren Weg waren wir dann sowieso „guter Hoffnung“: Waren wir doch gespannt, wie gut ab dem 15. Juni 2017 wir dann unsere Aldi Prepaid SIM Karte nutzen könnten, da das Roaming innerhalb der EU, Norwegen und der Schweiz ja wegfallen sollte, und fuhren nach


Finnland

um erst einmal in ein total leeres Mobilfunkloch zu fallen:
Wir bekamen einfach keine Verbindung. Wo wir es auch versuchten.
Den „Wurm“ suchten wir natĂŒrlich bei uns. Ab sofort fragten wir jeden nichtfinnischen Touristen, der nicht schnell genug vor uns flĂŒchten konnte, wie er denn mit seinem heimischen GerĂ€t klar kommt.
Einige, z.B. Telekom- Vertragskunden hatten keine Probleme. Jedoch wir Aldi Kunden waren alle gleichsam frustriert ob des Empfangs. Der war erst einmal tot.
Offensichtlich waren manche Netzanbieter technisch total ĂŒberfordert. Oder gar unwillig, weil doch erst einmal eine Menge Profit weg war?
Weiterreisend normalisierte sich diese Situation dann nach der Grenze zu Schweden.

Die dieses Mal zu fahrende Strecke in Finnland war recht kurz. So hab ich darĂŒber auch nicht viel zu berichten.

Schon 1993 fanden wir hier wunderschöne einsame Seen und WĂ€lder ĂŒber WĂ€lder. Auf und in denen kann man diverse passende AktivitĂ€ten tĂ€tigen.
Wenn man, wie wir aber „nur am Durchreisen“ ist, erklĂ€rt sich der Wald hier fĂŒr manchen so:
„BĂ€ume, BĂ€ume, nochmals BĂ€ume, und dazwischen ZwischenrĂ€ume, und im Hintergrund, man glaubt es kaum, steht noch ein Baum.“
Kann man auch zu den Seen dichten...

Das aber nur zu unserem Durchreisen!
Zum Wandern, Angeln und Natur in riesiger Freiheit genießen ist Finnland eine Top Adresse. Zu jeder Jahreszeit.
Letztes wissen wir aber nur von ganz wenigen, speziellen, Bekannten.

Ansonsten war dieser kurze Besuch in Finnland total normal und, nach deutschen Begriffen „zivilisiert“.

Die Straßen, das Einkaufen, eben jegliche Ordnung wie bekannt.

Na ja, einiges war dann doch schon anders:

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Die Gartenarbeit wird offensichtlich doch wildfremden Personal ĂŒberlassen.
Ebenso die Verkehrserziehung inklusive Temporegulierung:

https://vimeo.com/264318539

So einfach auf der Durchreise kamen wir aber auch immer wieder neben der Straße mit den Spuren der Rentierpflege in BerĂŒhrung:

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Kunstvolle Eingangspforten zu den Gehegen.

Offensichtlich ist aber doch nicht alles so ganz im Sinn aller Vorschriften, wie wir sie hier in Deutschland gewohnt sind?

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Solche GerĂŒstkonstruktionen gab es etliche.
Ansonsten kam uns dieser Teil des Landes ĂŒberall aber mindestens so sicher vor wie unser zuhause.

https://vimeo.com/264881279

Die handgehĂ€kelten Deckchen am Kreuzungsbaum werden erst, irgendwann, von der Witterung „entsorgt“.

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Schweden

Mittlerweile wohl „das“ skandinavische Wohnmobilland unserer Landsleute.
Problemlos und ĂŒberwiegend angenehm.
Das ist jetzt aber kein Geheimnisverrat von mir. Wir sind hier schon deutlich zu viele, so dass wir auch schon wieder mit einem ver..... schlechten Gewissen davon schwÀrmen.

BullerbĂŒ fast ĂŒberall wo man es nur sehen will?
Wohl.

Wie in ganz Skandinavien bekommen wir mit englischen Fragen ĂŒberall absolut verstĂ€ndliche Antworten.

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Um das Dalapferd

http://schweden-tipp.de/dalapferd/

kommt in Schweden kaum jemand herum.

Wir waren im Epizentrum:

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Wahrscheinlich schnitzt der Herr sein gesamtes Arbeitsleben lang „Morapferde“.
Er berichtete: Bei einer „Caravan und Boot“ in Deutschland war Schweden Gastaussteller und sie machten eine Besucherumfrage, was denn in Deutschland die 3 meisten Gedanken an Schweden wecke:
IKEA, Volvo und Morapferdchen, sagte er. Bei der Reihenfolge bin ich mir aber nicht mehr so sicher...
Auf jeden Fall werden diese Pferdchen in aller Welt geritten...


Holz

Die Ă€ußerst intensive Bewirtschaftung der WĂ€lder konnten wir nicht ĂŒbersehen.
Bei Google

https://www.sveaskog.se/de/forstwirtsch ... gefasst-1/

erfuhren wir,dass wohl fĂŒr jeden gefĂ€llten Baum 3 neue gepflanzt werden. Dass jedoch Harvester pro Stunde 100 BaumfĂ€llungen schaffen sollen, ließ uns dann aber doch vermuten, dass Google auch nur von Menschen gemacht wird...
(Ironie aus) Weiter gegoogelt, ergaben sich dann aber nochmals solche Zahlen.

Ein RĂ€tsel daraus verfolgte uns an vielen abgeernteten Waldlichtungen:

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Diese vielen, auf unterschiedlichen Höhen, geköpften BaumstĂŒmpfe, die einfach zurĂŒck gelassen wurden. War dieses Holz nicht mehr zu gebrauchen, oder sind es Sitzgelegenheiten fĂŒr Trollveranstaltungen?


Jugendkunst

Der RĂ€tsel blieben uns da aber noch so einige.
Diese hier nannten wir bald Asphalttattoos:

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Fast so oft, wie uns hier zuhause Tattoos inzwischen auf menschlicher Haut begegnen, war in ganz Schweden einwandfreier Asphalt verziert.
Die gab es in der Regel auf StraßenbelĂ€gen, die sich in sicheren Entfernungen offensichtlicher hoheitlicher Wahrnehmungen befinden.

Eine schwache Vermutung kam uns, als wir eine schwedische Eigenart auf der Straße kennen lernten, die „A-Traktoren“:
Vielleicht eine aussterbende Spezies, wir sahen aber noch viele Oldtimer, die nur von sehr sehr jungen Leuten bewegt wurden. Z.B. diverse „Buckelvolvos“, bei deren Erhaltungszustand, wegen des geopferten Originalteiles, uns fast TrĂ€nen kamen.

http://www.skandix.de/de/aktuell/vom-ep ... ktor/1247/

Wahrscheinlich setzt man so etwas auch zum veredeln trostlos grauen Asphalts ein.
Gislaved, Conti und Co. bieten dankbar Farbnuancen.


Naturkunst

Graffitis, wirklich in meisterhafter Art, produziert die Natur freiwillig mit ihren eigenen Materialien und Werkzeugen:

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Steinbrocken jeglicher GrĂ¶ĂŸe am Wegesrand.
Flechten ersetzten Spraydosen optimal.
Wir erfuhren nichts von RegressansprĂŒchen von Besitzern dieser „LeinwĂ€nde“.


Landy

Jetzt gebe ich absolutes Insiderwissen (Bulli Eigner sollten trotzdem nicht gleich ein Feuerwerk abbrennen...) preis:

Auf einschlĂ€gigen Pisten, abseits der „normalen Wege“, dieser Weltkugel treffen immer wieder zwei Fahrzeuge mit sehr Ă€hnlichen AnsprĂŒchen auf die selben:
Der Landrover und der Bulli!

Wir Bullifahrer bilden uns oft ein, „von denen da“ nicht fĂŒr kompetent genommen zu werden, hier auf dieser Piste herum zu fahren. Vor allem aber, „nicht das richtige Material“ zu haben.
Hier trafen wir beide dann also aufeinander:

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https://youtu.be/fsvpUuPB4Hc

Dieser Landy hatte hier ein, schon lÀnger wÀhrendes, Problem mit seiner Treibstoffpumpe.
Unser Bulli war in Topform und vorfĂŒhrreif!..

Der Eigner war jedoch alles andere als ein AnfĂ€nger in der Materie und hatte schon kurzzeitig erfolgreich andere Pumpen aus seinem „Campingbereich“ eingesetzt.
An diesem Ort schien er dann aber „NĂ€gel mit Köpfen“ zu schmieden. Wir wĂŒnschten es ihm auf jeden Fall.

Er ist professioneller Hersteller seines Landyausbaus und fĂŒhrte uns selbstverstĂ€ndlich stolz dies und das daraus vor.

Hochachtung blieb bei mir aber an ihm beim betrachten seiner „Platzproblemchen“, da ich seine Einstellung zu unserem „Grundsatzkampf“ als absolut sportlich einschĂ€tzte!

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Grundnahrung

Ich schreibe jetzt ja aus Niederbayern (!), das Bier am Abend ist uns aber auch unterwegs willkommen.

Im staatlichen Alkoholverkaufsnetz, dem „Systembolaget“, immer alkoholisches mit mehr als 3,5 Vol% einzukaufen, bedarf schon einer besser gefĂŒllten Reisekasse.
Normalerweise kauft man Bier, aber hier auch recht beliebt ist Cider, quasi dieser vergorene Apfelsaft beide im Supermarkt, oft auch an der Tankstelle. Jedoch:
2,8, maximal aber mit 3,5 Vol%.
Preiswerte Sorten ca. € 1,50 pro Liter.

An 3,5 oder gar 2,8 „Umdrehungen“ muss man sich aber doch erst gewöhnen. Zumindest wenn man Bier in Bayern lieben gelernt hat...

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10 Kronen ca. 1€.

Wer allerdings wesentlich andere Zuladungsmöglichkeiten hat wie wir, und auch noch von Deutschland kommt, kann jegliche Panik zuhause lassen:
Pro ĂŒber 20jĂ€hriger/m kann dann gleich 110 Liter Bier eingefĂŒhrt werden:

https://hejsweden.com/alkoholimport-sch ... en-darfst/


Fester NĂ€hrstoff

Aber man muss ja auch was essen.
Dass auch in BullerbĂŒ KnĂ€ckebrot gegessen wird, können wir nur vermuten. Das Riesenangebot ist ĂŒberall aber mindestens derart:

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Wir kamen auf den Geschmack dieses SchwedengebĂ€cks, obwohl das „normale“ Brot fĂŒr uns innerhalb der letzten Jahrzehnte enorm gewonnen hat: SĂŒĂŸe, auch dunkle jedoch dann auch sĂŒĂŸe Brote (wirklich), sind mittlerweile fast schon eine Ausnahme.

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Über 6 Jahrzehnte hinweg war ich bisher 4 Mal in Schweden. Insgesamt etliche Monate lang.
Dass es da noch Elche in freier Wildbahn gibt, glaubte ich nicht!
Ich sah nur einmal welche, im Skansen, dem Stockholmer Freilichtmuseum.
Die werden dort offensichtlich nur noch als Modelle fĂŒr Verkehrsschild- Maler gehalten.
Glaubte ich!

Dann lernten wir aber in Mora eine total nette Familie kennen, die uns gleich ihre „Adresse lieh“, damit wir unsere Briefwahlunterlagen von zuhause dort empfangen konnten.
„Postlagernd“ gibt es in schwedischen Postagenturen nicht. Sagte man uns hier.
Beim abholen bekamen wir dann doch aber ĂŒberraschend noch ein dickes PĂ€ckchen Hackfleisch mit auf den Weg, denn:
Der Hausherr war JĂ€ger. Erfolgreicher!
Er hatte nicht nur eine riesige Elchgeweih TrophĂ€e an der Wand, die Hausfrau regierte so auch ĂŒber mindestens ebenso wichtige Details dieses Waldkönigs in ihrer TiefkĂŒhltruhe.
FĂŒr uns gab es 2 Tage lang super leckere Elgköttbullar.

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[url]https://abload.de/image.php?img=scandinavien29ceeux.jpg]Bild[/url

Das ganze war fĂŒr uns besonders exklusiv, da wir in den SupermĂ€rkten eigentlich keinerlei Elchprodukte entdeckten.
Dieser, unser Biofleischlieferant, erklĂ€rte das durch die extreme Beliebtheit des Elchfleisches und dass das deshalb nur „unter Freunden“ gehandelt werde.


Artgerechte Syncropfade

Wir mussten uns in Schweden aber nicht nur auf glattem Asphalt langweilen.
Mit guten Navi/ Kartenmaterial kommt man auch mit einem Syncro gut auf seine Kosten.
Natur- oder Schotterstraßen gibt es auf vielen schwedischen Meilen.
Die ist mittlerweile 10 Kilometer lang.

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In allen skandinavischen LĂ€ndern schafft man es, Naturstraßen ohne „Wellblech“

https://de.wikipedia.org/wiki/Wellblechpiste

zu bauen.
Liegt es am Breitengrad, dass sich dies in Asien und Afrika meist schon kurz nach dem letzten Planieren wieder bildet?

Im folgenden Video hatten wir eine Vorstufe dieses perfekten Straßenbaus hier:
Wochenlang regnete es schon in der Gegend.
Bei uns zuhause wĂ€re diese Straßenbaustelle wahrscheinlich weitrĂ€umig gesperrt. Hier blieb die Entscheidung zum fahren einem selbst ĂŒberlassen.
WĂ€hrend permanentem Regenguss ging der Straßenbau weiter und es wird dort erst einmal Material auf die Fahrbahn aufgebracht.
Viel.
Mit diesem losen und schwammigen Untergrund bekam unser Blick auf die StraßengrĂ€ben rechts und links einen ganz ungewohnten Hintergrund.
Wir genossen „Syncro total“!

https://youtu.be/pbCYTaKcSSA

Danach:

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Bild

Kaum zu ĂŒbersehen waren dann doch die Hinweise, sein Auto wieder einmal zu waschen...


Bezahlmethoden

Die Bezahlmethoden an allen möglichen Kassen sind ja ĂŒberall im Umbruch.
Dass man in Schweden fast nur noch mit der Karte bezahlen kann, haben wir so nicht erlebt. Überwiegend wurden wir auch unser Bargeld los.

https://youtu.be/kc7bSrN3-XE

In etlichen SupermĂ€rkten lernten wir eine uns neue Methode, mit dem meist unbeliebten MĂŒnzgeld umzugehen, kennen:
Hier kann man jeden Betrag aus seinem Portemonnaie oben in die Schale dieses MĂŒnzschluckers werfen und, wenn nötig, dem Kassierer auch noch einen Schein reichen.
Nachdem der Kassencomputer den herauszugebenden Betrag errechnet hat, spuckt dieser MĂŒnzschlucker ĂŒber das untere Loch passend die WechselgeldmĂŒnzen aus.
Hier verlieren die X,99 Öre Preise schon einmal einen Teil ihren Schreckens. FĂŒr Kunden und KassiererIn.


Norwegen.2

Der ganze Bericht zu unserer Murmanskreise birgt aber noch ein Geheimnis. Das lĂŒfte ich jetzt:
Hier sind wir unserem eigentlichen Reiseziel 2017 schon sehr nahe!
Die Iris, die wo meine bessere HĂ€lfte ist (Originalton Niederbayerisch), wollte doch endlich einmal nach SĂŒdwest-Norwegen!
Sie traf mit diesem Wunsch bei mir ins Schwarze! Dass der Weg dorthin dann ĂŒber Murmansk und so ging, war unser beider Entscheidung. Im Nachhinein sind wir beide darĂŒber froh.

Ich vor allem, weil ich in dieser Region Norwegen ganz anders kennen lernte, wie den Norden als wir vor Jahren im allgemeinen Strom gen Nordkap mit schwammen.
Noch imposanter!

Irgendwie ist hier alles noch mehr darauf bedacht, uns Alemannen u.s.w. unvergessliches zu bieten.

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Wo und wie die Tourismusindustrie uns hier die schönsten PlĂ€tzchen zugĂ€nglich macht, ist in anderen LĂ€ndern die ebenfalls Naturschönheiten haben, so nicht immer ĂŒblich.
Einfach grĂ¶ĂŸtenteils perfekt!

Die Ortswahl ist das Einfachere, da die schönen einfach ĂŒberwiegen. Das Niveau der, fast immer kostenlosen, StellplĂ€tze, Ver- und Entsorgungsstationen fĂŒr Reise- und Wohnmobile, Informations- und Verkehrshinweisanlagen liegt ĂŒberwiegend auf oberstem Niveau.

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Voll beheizt!


Kunst neben der Landstraße

Graffitis, Tattoos, Schnitzereien und so hatten wir auf dieser Reise schon viel beobachtet und auch beschrieben.
Hier konnten wir, ganz frisch, Neptuns jĂŒngstes Kunstwerk *ausgestaunt*, fotografieren und filmen:

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https://youtu.be/Z7whrIcGdew

Das Material dieses lebendigen FlussgemĂ€ldes war nicht irgendein Sickerwasser einer MĂŒlldeponie, sondern Schaummittel der Natur.
Die darf das!


Autowandern

Ich schrieb schon öfters, dass wir unsere Reisen am liebsten mittels „Autowandern“ genießen.

In Norwegen lassen die großen „E“s, also die, bei Kurzurlaubsreisenden (keine Ironie, wir hatten frĂŒher auch manchmal nur unseren normalen Jahresurlaub...) so wichtigen „Europastraßen“, Autowandern nicht zu.
Mit Hilfe unseres recht guten NaviÂŽs, von der Iris, meiner angetrauten Computerfreakadelle gepimpt, fanden wir aber besondere Reisewegschmankerl, indem wir dort gezielt Tunnel suchten. ???.
Diese touristisch zu befahren, sind uns natĂŒrlich ein GrĂ€uel. Auf dem Navi fanden wir aber sehr oft die ehemaligen Bergstraßen, die diese Tunnel „entschĂ€rften“. Im zweideutigen Sinne.
Die warenÂŽs dann...

Meist keinerlei, sonst sehr wenige andere Fahrzeuge in uriger Landschaft. Oft ĂŒber die schroffsten Bergpisten.
Hier immer noch gut fahrbar, zumindest mit einem T3! (Quatsch, nicht all zu große Wohnmobile können da auch problemlos fahren...)
Dank aktueller Navidaten immer ohne Verbotsschilder. FĂŒr uns.

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Nach vielen Kilometern im Wald gibt es aber auch schon einmal eine Sackgasse:

https://youtu.be/S4gDkg-RIb4

Auch die einsamsten Wege sind irgendwann zu Ende und man steht in Norwegen nicht selten so vor einem Wasserfall. Ist dort oft aber alles andere als einsam.
Hier war es nun der Latefossen.

https://youtu.be/0gnOmnHj3GM

alles andere als einsam.

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Syncropfadpflege,

also die normale Fernstraßenreparatur kennen wir meist mit Ampelregelung im Wechsel fĂŒr jeweils eine Fahrtrichtung, wenn sie auf nur einer Straßenseite stattfinden.
Das SicherheitsbedĂŒrfnis hat in Skandinavien offensichtlich einen anderen Stellenwert.
Bemerkenswert fanden wir hier die schwedische und norwegische Lösung, Einbahnstraßenverkehr mittels Lotsen zu regeln:

https://youtu.be/VaHRqbGjbfk

Aber ehrlich:
Dieses Tempo war nicht wirklich vorgegeben, sondern dem Zeitraffer geschuldet...

Alt

Wenn man als Oldtimer mit einem Oldtimer in Skandinavien herumfÀhrt, bimmelt die Motivklingel der Kamera bei jedem Oldtimer im Fokusbereich oft, sehr oft.
Ihr sollt ein wenig daran teilhaben:

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Frei mit Google ĂŒbersetzt:
HIER GIBT ES DEN ERSTEN AUTUMOBILTURIST IN NORWEGEN, DEN DER NIEDERLANDE IM AUGUST 1901 AUF DER STRASSE VON KRISTIANIA NACH LAERDAL ERSCHEINTE

Da war vor uns schon einer da.
So wurde es also innerhalb von 116 Jahren (unsere Reise fand schließlich 2017 statt) immer voller an den schönsten Stellen der Weltkugel.

Danke fĂŒrs mitreisen.
Bis zum 2019er Reisebericht
grĂŒĂŸen herzlichst aus Niederbayern
die Iris mit ihrem Àlteren Roland.
der mit dem fussbodenbeheizten, hochschlĂ€ferbestĂŒckten, 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 70 seit 1971 mit VW Bulli bereisten LĂ€ndern.

Klause
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Re: Murmansk und so Teil 3 Skandinavien

Beitragvon Klause » 08.11.2018, 21:35

Fantastischer Bericht, wunderbar zu lesen. Lieben Dank!!

LG Felix

Klause
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Re: Murmansk und so Teil 3 Skandinavien

Beitragvon Klause » 08.11.2018, 21:51

Fantastischer Bericht, wunderbar zu lesen. Lieben Dank!!

LG Felix


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