Murmansk und so... Teil 1

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RolandderÀltere
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Murmansk und so... Teil 1

Beitragvon RolandderĂ€ltere » 23.02.2018, 22:26

Hallo,

als Jahresreise 2017 war eine Umrundung der Ostsee auf dem Landweg, entgegen dem Uhrzeigersinn geplant.
Wir waren somit zwar in keinem neuen Land, sahen doch aber sehr viel Neuland mit vielem beeindruckenden.

Wir sind viel zu spÀt gestartet.
Wir laborierten seit der letzten Reise

https://www.wohnmobilforum.de/w-t119362.html

an den technischen Zipperlein unserer heiligen Kuh (seit 1990 unser treues Reisemobil in Form eines VW Bulli T3 Syncro Bj. 88 also ein „youngtimer“), schon so lange verzweifelt herum, dass wir uns einfach nicht trauten, die fĂŒr diese Fahrt notwendigen Russlandvisa frĂŒher zu beantragen.

Beim Russlandvisum muss man sich schließlich fĂŒr den frĂŒhesten Einreisetag ins Land festlegen, wodurch dann auch der spĂ€teste Ausreisetag festgelegt ist.

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Am 7.7.17 ging es dann doch endlich los. Von Niederbayern in Richtung Polen.

Weil wir nach dem ganzen Packstress ein Verschnaufen brauchen, ist in diese Himmelsrichtung eine erste Übernachtung auf dem Wohnmobilstellplatz in Kemnath am Eisteich bei uns schon Tradition. Dieses Jahr dort gleich mit einer netten Überraschung:
Zwei der wohnmobilen Nachbarn dort erkannten uns als „die, die damals schon einmal hier ĂŒbernachteten. Da ward Ihr doch auch auf dem Weg nach Russland?“
Ja, das war zu Beginn unserer ersten Russlandreise 2013...
Da war fĂŒr alle Beteiligten schon einmal der GesprĂ€chsstoff fĂŒr­ diesen Abend gesichert.

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Unser Reisetempo konnten wir geruhsam halten, wie wir es uns seit Jahrzehnten schon auf die Fahnen schrieben. Das frĂŒheste Einreisedatum nach Russland war ja fix. Das heißt, auf Autobahnen geht es nur im Notfall und das Navi fĂŒhrt uns ĂŒber möglichst direkte Straßen und Wege. Autowandern eben.

Auf diese Art finden wir sogar in Brandenburg nette StellplÀtze auf denen man willkommen ist. Auch ohne Navi Stellplatz-App!

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Solche PlĂ€tze sind manchmal kaum frequentiert, man fĂŒhlt sich oft wie ein mittelgroßer Entdecker. Das bindet dann, so dass man mit eventuellen Nachbarn viel einfacher in Reden kommt, wie auf den meisten in jedem StellplatzfĂŒhrer gelisteten.


Polen

Hier im Nachbarland, zumindest auf den normalen und ĂŒberaus gepflegten Überlandstraßen, war das Fahren auch jetzt in der reinen Hauptferienzeit hektikfrei. Die Landschaft in der Gegend von Poznan bis Elblag könnte fast schon von einer MĂ€rklinlandschaft kopiert sein.

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Vielleicht liegt es auch an unserer Einstellung: Hier ging unsere Fahrt einfach erholsam weiter.

Jeden Tag ist irgendwann Zeit, einen Platz zum ĂŒbernachten zu suchen.
Dann beobachtet „unsereiner“ die StraßenrĂ€nder, ob man da oder dort wohl unbehelligt seine Nacht verbringen kann. Man wird schnell fĂŒndig.

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Kaliningrad

Dieses Mal fahren wir „gen Osten“ ein erstes Mal hier nach Russland in die westlichste Provinz, die Exklave mit dem Oblast (Region) Kaliningrad.
Iris meinte, die Kurische Nehrung dort ist doch dermaßen „berĂŒhmt“, die sollten wir doch auch einmal gesehen haben.
Somit haben wir das auch...

Wir hatten uns fĂŒr Russland dieses Mal nur ein 30 Tage Visum besorgt und mussten somit darin 2 Mal die Ein- und Ausreise unterbringen. Das heißt, innerhalb dieser Zeit fahren wir nach Kaliningrad auch noch jeweils ein StĂŒck ĂŒber Litauen und Lettland, bis wir im Oblast Pskov das russische „Kernland“ erreichen.

Hier erleben wir dabei dann wieder etwas, was viele Autotouristen schon nicht mehr kennen:
Grenzkontrollen zwischen LĂ€ndern dessen politische Situation mit den Nachbarn nicht nur harmoniert.
Der polnische Grenzpolizist ließ uns spĂŒren, dass er keinen Tourismus in Russland machen wĂŒrde...

Die russische Abfertigung war auch dieses Mal, eine der genauesten und zeitaufwendigsten, die wir auf all unseren Reisen erlebten.
Sie war fĂŒr uns jedoch immer absolut korrekt und jenseits jeglicher Schikane oder gar Korruption!

Vorkontrolle der ReisepĂ€sse, ausfĂŒllen von Zolldeklaration und Immigrationsformular

https://russische-botschaft.ru/de/consu ... tion-card/

sowie VerpflichtungserklĂ€rung (mit Androhung möglicher schmerzhafter Strafe), dass wir unser Fahrzeug wieder rechtzeitig aus der Russischen Föderation ausfĂŒhren.

Der hilfreiche Beamte meinte, fĂŒr die Angabe zum Fahrzeugwert hĂ€tten wir jegliche Bandbreite..!
Man sollte sich also vielleicht schon vorher Gedanken ĂŒber den Wert machen, den man dann in diesem Formular angibt:
Sollte man nicht in der Lage sein, mit dem Fahrzeug auszureisen (wegen Verlust evtl. durch Totalschaden, Diebstahl oder auch (illegalem) Verkauf) ist er Grundlage fĂŒr sĂ€mtliche Zollabgaben oder auch Strafen.

NatĂŒrlich kommt dazu auch noch die Fahrzeugkontrolle. Deren Genauigkeitsgrad ist jedes Mal sehr hoch. Bei unserem wirklich voll ausgerĂŒsteten und mit Reiseutensilien jeglicher Art bestĂŒckten Reisemobil gab es bei all dem jedoch nie eine Beanstandung.
Wir haben an diesen Grenzen aber auch keine Ambitionen etwas zu schmuggeln, da wir ja einreisen wollen und bei Vergehen uns dort die Einreise auch noch an der Grenze verweigert werden kann.

Ähnlich ergeht es russischen StaatsbĂŒrgern auch, wenn sie in die EU wollen. FĂŒr ein Visum dĂŒrfen die zusĂ€tzlich noch ihren Fingerabdruck abliefern...
Man sagt, all das auf GegensĂ€tzlichkeit beruhende wĂŒrde angenehmer, wenn die Russen zu uns reisen könnten wie wir z.B. innerhalb der EU...

Von all dem Grenzgeschehen gibt es bei mir keine Fotos, so wie z.B. von einer inneren EU Grenze!
Es mag ja Staaten geben, in denen man nichts gegen Bilder der Grenzabfertigung hat. Davon wissen wir nichts, haben jedoch schon oft mitbekommen, dass Grenzer darauf allergisch reagierten.
Meist wird das jedoch genauso geahndet, wie fotografieren militÀrischer Einrichtungen.

Skurriles zu beachtenswerten Vorschriften im „grenzĂŒberschreitenden Verkehr“ erfuhren wir ganz oben im Norden Russlands von einem norwegischen Autotouristen mit großer Familie, großem Caravan und US Van als Zugwagen:
Er war eigentlich auch ein erfahrener „GrenzgĂ€nger“ in diesem Nordeuropa. Lange vor dieser Einreise nach Russland besuchte er Schweden und bunkerte dort, wegen der enormen Preisdifferenz nach Norwegen, etliches an Bier. Das war wohl noch nicht getrunken bis zur Einreise nach Russland und er war somit auf dem Weg nach Saint Petersburg zum Gericht, um sein Verfahren zu bekommen:
Er hatte bei der Einreise nach Russland mehr als die erlaubten 1,5 (!) Liter Bier pro erwachsenem Passagier dabei.
Skurril, weil Bier in SpitzenqualitÀt in Russland wesentlich billiger ist, wie in Skandinavien.

Wir waren aber auch schon mittendrin in Kaliningrad. Hinter seiner Grenze war nichts mehr zu spĂŒren von der ĂŒberall gleichartigen Hektik „Westeuropas“. Ebenso aber auch nichts mehr von dessen wirtschaftlichem Aufschwung.

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Das Reisen wurde noch einmal ein StĂŒck geruhsamer. Die GrundstĂŒcke sahen immer mehr aus „wie von frĂŒher“. Waren sie „Àrmlicher“, oder sind sie einfach nur weniger protzig?
Die, die offensichtlich dann doch von „Bonzen, Oligarchen oder einfach nur Neureichen“ bewohnt waren, sind in der Regel gĂ€nzlich eingezĂ€unt und mit Videokameras nebst Wachpersonal total abgeschirmt.

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Kurische Nehrung

Ein paar wenige Russinnen sahen wir doch schon baden. Der Strand war ja auch einladend. Aber die Lufttemperatur schon ein Vorzeichen fĂŒr das, was uns auf dieser Reise bleiben sollte: Der Griff zu wĂ€rmerer Kleidung.

Wir waren aber trotzdem verwundert, hier so wenig Touristen „aus dem Westen“ anzutreffen. Die vorhandene touristische Infrastruktur war sichtbar nur zu einem geringen Teil ausgelastet. Schade, da gute Angebote wirklich vorhanden sind.
Liegt es an der Visapflicht, der man ja fast völlig entwöhnt ist?
Um es einem problemlos zu beschaffen, buhlen viele Agenturen. Google wartet mit vielen davon auf.
Die GebĂŒhren von ca. € 85,00 fĂŒr einen Monat mit Visa in Russland zu reisen werden oft von unwesentlicheren Ausgaben gerne ĂŒbertroffen...

Noch einmal zu den Kosten: 1 Liter Diesel kostet immer noch deutlich unter € 0,60! Einkaufen im Tante Emma Laden, aber auch im exklusiven Supermarkt liegt ungefĂ€hr im unteren Bereich unseres einheimischen Niveaus.

Wenn man die Augen offen hĂ€lt, wird man mit vielen fremdartigen EindrĂŒcken belohnt.
Hier erkundeten wir, wie eigentlich in allen anderen LĂ€ndern auch, wieder einmal einen Friedhof:

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Die jungen Besucher dieses Grabes gingen gerade und erweckten meine Neugierde was sie denn da, statt Blumen, wohl hinterlassen hatten.
Wodka und Schokolade!
Sie meinten es offensichtlich immer noch gut mit ihrem Freund.

Diese Babuschka aktuell wohl mit ihrer Enkelin:

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Litauen

Die Kurische Nehrung, jetzt aber wieder in der EU, brachte wieder „NormalitĂ€t“: Maut bis Klaipeda.
Der Tourismus in Litauen ist wieder auf uns altbekanntem Niveau, das wir z.B. von der Parkplatz- Strand- Unterkunfts- und Andenkenbewirtschaftung an der Ost- und Nordsee kennen.

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Logisch ist folglich auch, dass man auf den noch gebĂŒhrenfreien strandnahen ParkplĂ€tzen selbstverstĂ€ndlich ĂŒberwiegend nicht Nachtparken darf. Wenn man nun, „man“ hat ja schließlich einiges dafĂŒr getan autark zu sein, frei stehen will, muss man schon ein wenig nach geeigneten PlĂ€tzen suchen. Oder „Mut“, wegen möglichem polizeilichen Weiterschickens aufbringen.
Wir waren hier dann 7 dieser mutigen!
Gemeinsam hatten wir einen sehr informativen und geselligen Abend. SelbstverstÀndlich wieder einmal in unserem VW Bus und nicht in deren Ford Transit oder auch WohnanhÀnger...
DafĂŒr hat „der große“ aber auch ein sehr schönes Handyfoto geschossen:

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Das Beweisfoto, dass in einem VW T3 Camper auch gut sieben auf einem Streich feiern können! Der, hier nicht sichtbare, Fotograf ist der siebte.

Man lernt ja nie aus:
TextilstrÀnde, NacktbadestrÀnde und HundestrÀnde kannten wir ja schon.

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In Litauen reserviert man noch StrĂ€nde fĂŒr Waib (OT Niederbayern)- und MĂ€nnlein, aber auch solche nur fĂŒr Waiblein. Wohlgemerkt auf beiden Seiten textilbedeckt!

Im Baltikum, aber danach auch in Russland gibt es viel geschnitztes fĂŒr den Wegrand und den Garten. Oft riesengroß. Sehr oft auch noch im Boden verwurzelt.
In Nida, ein schon ewig als KĂŒnstlerdorf bekanntes Touristenzentrum konnten wir dieses Werk einfach nicht ĂŒbersehen:
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Ein paar Kilometer bis zu unserer 2. russischen Grenze hatten wir noch vor uns und die 4 Wochen VisagĂŒltigkeit wurden schon weniger. So blieben wir hier nur noch genussvoll, ob der nicht mehr vorhandenen Grenzabfertigung, fĂŒr das Foto stehen.
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Lettland

Dieses Mal war Lettland fĂŒr uns nur Durchreisestrecke. Schon eine angenehme.

Die StarenkĂ€sten, die uns seit Polen immer wieder Ă€rgern wollten, konnten mit uns auch hier ihren Auftrag nicht erfĂŒllen.
Das Wetter war noch sehr angenehm und die Landschaft einfach lÀndlich schön.

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Als Hingucker standen, wieder die Störche in ihren Nestern Spalier.

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Kurz darauf die Ausreise. UnspektakulÀr. Nur war der Drogenhund viel freundlicher wie seine menschlichen Kollegen und Kolleginnen.


Russland

Ubulinka war unser auserkorener GrenzĂŒbergang ins „Kernland“.
Weil wir möglichst auf Nebenstraßen unterwegs sind, benutzen wir auch selten die großen, bekannten, ÜbergĂ€nge.

Hier erwischten wir einen Zeitpunkt der „Wachablösung“. Wir waren mit ein paar wenigen GrenzgĂ€ngern aus den direkten NachbarlĂ€ndern die einzigen Touristen so richtig „aus dem Westen“ mit denen wir uns knappe 3 Stunden langweilen mussten.
Die eigentliche Abfertigung zeigte, dass da schon noch ein wenig Routine gut tun könnte.
Aber: Sie war auch hier wieder absolut freundlich (auch als wir dann noch ein 2. Formular brauchten, weil wir wieder einmal etwas falsch ausgefĂŒllt hatten). Korrekt, fern jeder Schikane (nach der wir bei GesprĂ€chen zuhause immer wieder gefragt wurden) und noch weiter weg von jeglicher Korruption.

Hier sahen wir an den Abfertigungsschaltern, auch auf englisch verfasste AushÀnge, auf denen jeder GrenzgÀnger aufgefordert wurde, die angezeigte Telefonnummer anzurufen, wenn man zu irgendeiner Geldzahlung aufgefordert werden sollte. Also Anzeige erstatten.
Das Thema KorruptionsbekÀmpfung wird in vielen Ecken dieser Welt wirklich Ernst genommen... Zumindest auf diesem Niveau.

Als wir dann den Kontrollpunkt verlassen konnten, hatten wir (sehr wichtig fĂŒr die Ausreiseprozedur, fĂŒr weitere Russlandreisen manchmal auch danach um immer die erfolgte Fahrzeugausfuhr nachweisen zu können) eine Kopie unserer Zolldeklaration dabei. Weiterhin den Laufzettel fĂŒr die fremdenpolizeiliche Registrierung an einer Institution oder Hotel im Lande innerhalb von 7 Arbeitstagen.
Die Notwendigkeit dieser Registrierung (darauf wird man normalerweise schon von seiner ausgewĂ€hlten Visaagentur grĂŒndlich hingewiesen) ist recht umstritten.

https://russlande.de/registrierung-russland/

Wir sind bisher 3 Mal nach Russland ein- und ausgereist und haben uns bisher noch nie registrieren lassen. Es hatte einfach nicht gepasst. War bislang fĂŒr uns problemfrei.
FĂŒr Reisemobilreisende, die normalerweise jeden Tag an einem anderen Ort ĂŒbernachten, ist ein Passus der Registrierungsbestimmungen schon etwas unverstĂ€ndlich, offensichtlich aber auch „Auslegungssache“.
Offiziell ist wohl: Man muss sich registrieren, sobald man sich, irgendwo lasen wir einmal 3 Tage, an einem Ort aufhÀlt...

Bei sehr vielen „verschlungenen“ Russlandreiseberichten hatte ich bisher nur einen einzigen, in dem von (kurz vor der Ausreise in die Mongolei) einer Kontrolle mit darauffolgender Strafe berichtet wurde. Die lag bei ca. € 30,00...
Diese Reisenden ließen sich dann, auf der RĂŒckreise in einem Hotel (Gesamtkosten € 120,00) registrieren. Mit dem Ergebnis, dass sie bei der Ausreise wieder nicht danach gefragt wurden...

Als wir den Kontrollpunkt verlassen konnten, war es schon dunkel und wir hatten zur Frage Schlafplatzsuche im Neuland keinerlei Bedenken wie sonst manchmal doch daheim.

Bedenken, wenn auf der Landstraße solch ein Platz auftauchte

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hatte frĂŒher, ich bezeichne es mittlerweile immer wieder als die Zeit der Sowjetunion, wohl ein jeder, der da aufkreuzte. War, hier kontrolliert, doch wohl vieles offen.
„ДПС= DPS= Đ”ĐŸŃ€ĐŸĐ¶ĐœĐŸ-ĐżĐ°Ń‚Ń€ŃƒĐ»ŃŒĐœĐ°Ń служба, doroschno-patrulnaja Sluschba=Straßen-Patrouillen-Dienst“, hieß das auf dem verblichenen Schild irgendwie.
Ich möchte nicht wissen, was hinter diesen Mauern damals alles so stattfand.
Alte Geschichten waren meist keine Reisewerbung...
FĂŒr uns war der aufgelassene Kontrollplatz einer von vielen absolut ruhigen ÜbernachtungsplĂ€tzen, an die wir hier so gewöhnt wurden. Auch die junge InlinerĂŒbende, durch deren RollgerĂ€usche wir morgens aufwachten, machte einfach nur Spaß zum hingucken.

Es ging dann weiter nach Pskov.
In Russland gibt es offensichtlich fast schon einen Wettbewerb, welche Stadt denn das schönste „BegrĂŒĂŸungsportal“ hat.
Pskov begrĂŒĂŸt uns hiermit:

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Auf dem Weg nach Norden ist Pskov fĂŒr uns die nĂ€chste russische Großstadt. Hier können wir uns grĂŒndlich dazu „schlau machen“, was uns jetzt an Neuem erwartet.
Was wird uns der Russlandaufenthalt so kosten?
Wie werden wir internetmĂ€ĂŸig angebunden sein?
Wie kommen wir mit unseren eigenen Kommunikationsmöglichkeiten zurecht?
Da ich diesen Bericht jetzt lange nach dieser Reise schreibe (wÀhrend dieser wartete ich vergeblich auf den inspirierenden Kuss der Muse), kann ich behaupten, dass alles unseren Erwartungen entsprach.

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Eine Russlandreise als Schlankheitskur zu planen geht schief!
Lebens- und Genussmittelangebote sind zu reichhaltig und einfach immer noch preiswert fĂŒr Geldbeutel, die ihren Schwund in Deutschland gewohnt sind.

Seit ein paar Jahren lebt Russland ja mit Export- in und ImportbeschrĂ€nkungen aus dem „Westen“.
Wer schon vor den BeschrĂ€nkungen hier einkaufte, kann nun mal z.B. den original Maasdamer HartkĂ€se nicht mehr billiger einkaufen wie Sonderangebote in Deutschland, er kann sich aber immer noch mit original MĂŒnchner LöwenbrĂ€ubier trösten.

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Ich muss da als KĂ€seliebhaber schon eingestehen; KĂ€se in SpitzenqualitĂ€t herzustellen, muss man hier noch lernen. DafĂŒr können sie aber wirklich besser in allen Arten von HartwĂŒrsten...
Mir lÀuft jetzt noch das Wasser im Munde zusammen.
FĂŒr die RĂŒckreise nicht gerade unwichtig: Das sind dann schon Leckereien, die man inzwischen wirklich nicht mehr bis in den Westen bringen darf.
Afrikanische Schweinepest ist kein Spaß.

Unser eigener Erfahrungsbericht zum „Schmuggelthema“ steht ganz am Anfang des Teiles bei der Einreise nach Norwegen.

Internet
Ist hier wirklich nett!
Da es wahrscheinlich schon traditionell kaum Proteste gegen den Bau von Mobilfunkmasten gab, können wir hier in Deutschland von der Netzabdeckung in Russland nur trÀumen...
Damals im Kaukasus, jetzt dann wieder in der Weite weit nördlich von Saint Petersburg gab es auch Löcher in diesem Netz. Die waren aber dermaßen abseits von Menschenansammlungen wesentlicher GrĂ¶ĂŸe, dass es ökonomisch nur sinnvoll erscheint.
Wir brauchten jetzt fĂŒr den Genuss dieser Kommunikationsart eine SIM- Karte fĂŒr unseren mobilen Router.
DafĂŒr gibt es, als Platzhirsche in Russland, die Anbieter MTS (kyrillisch MTC) und Beeline (БОлаĐčĐœ).
Wir kamen auch dieses Mal wieder zu Beeline.
Da der nette VerkÀufer nun auch noch englisch sprach, konnten wir einfach erklÀren, was uns guttut:
Wir wollten unsere SIM- Karte nur fĂŒr das Internet und bekamen diese somit fĂŒr fĂŒr ca. € 4,50, 5 GB, 4 Monate Laufzeit (letzteres konnten wir natĂŒrlich nicht selbst kontrollieren) und fĂŒr unsere Reisestrecke ohne Roaming (ja, innerhalb Russlands gibt es das auch) nach ca. 20 Minuten funktionierend in unserem mobilen Router installiert.
Wovon Beeline mit solch einem Preis leben kann, fragen wir uns heute noch.
Oder aber, was daran ansonsten wohl verdient werden kann...
Wir waren jedenfalls wieder sicher im WWW und zogen, ĂŒber absolut problemlose Schnellstraßen weiter nach
Saint Petersburg.

Dieser „Große“

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Peter mit seiner Katharina blickt hier im Ortsteil Strelna wohlwollend auf die Kutsche mit diesen kleinen Neugierigen herab.
Hier an der Newabucht liegt das Pressezentrum der Regierung.
Eine Zeit lang war der davor liegende Großparkplatz zum Reisemobilstellplatz ausgebaut und wegen seinem Service offensichtlich sehr beliebt. Wir erlebten ihn 2013 vor- und 2017 nach dieser Periode als sehr friedlichen, inoffiziellen, Übernachtungsplatz. Offensichtlich hatte der Peter auch nachts nach hinten, zu uns gewandt, seine Augen offen...

Saint Petersburg ist immer noch die Kulturhauptstadt Russlands. Bei Russen, aber auch uns Touristen aus aller Welt absolut im Fokus.
Zur fast gleichen Jahreszeit 2013 und 2017 die hauptsĂ€chlichen Hingucker dort vergleichend, verstehen wir den Beinahmen „Venedig des Nordens“ nicht nur, wie ihn einst Peter der Große gemeint haben könnte, sondern nach dem Blick auf das „Urvenedig“ in Italien, schon hellseherisch:
Den explosionsartig angestiegenen Besucherstrom empfanden wir mit einem mulmigen GefĂŒhl in der Magengegend.
Wenn der weiterhin so ansteigt, befĂŒrchten wir, dass der Charme dieser herrlichen Stadt irgendwann gleichen „Überlebensstrategien“ wie der der Urvenezianer weichen wird. Wir Touristen dann auch da unter uns bleiben.

Wir machten es ernst: Wir besuchten dieses Mal nicht noch einmal

viewtopic.php?t=96069

die Emeritage!
Wieder erleben wollten wir aber unbedingt noch einmal die Stimmung um die Auferstehungskirche herum. Erinnerte die uns doch an die, die Schwabing gaaaanz frĂŒher ausstrahlte. Hoch 3!
Es blieben gemischte GefĂŒhle.
GefĂŒhlt waren wir dieses Mal 5 Mal so viele wie 2013, die wir diese Stimmung genießen wollten. SelbstverstĂ€ndlich waren auch die KĂŒnstler und Fieranten mindestens 5 Mal so viele. Warum letzteres auch nicht?


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Hier Peter der Große mit seiner Katharina, lebendig im digitalen Zeitalter.

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Noch konnten wir auch hier eine besondere russische Annehmlichkeit genießen:
Es gab es auch dieses Mal keinerlei ParkgebĂŒhren, Parkzeitbegrenzung mittels Parkscheibe oder Ă€hnliches!
Es gibt zwar Halte- und Parkverbote, an allen anderen StraßenrĂ€ndern ist man jedoch unbeschrĂ€nkt. Das galt 2013, wĂ€hrend unseres 1. Besuchs dort, auch fĂŒr die Straßen um den Kreml in Moskau. 2017 jedenfalls immer noch um die Eremitage und die Auferstehungskirche in Saint Petersburg herum.

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Ein Maximum an Parkraum bekamen wir dann aber erst recht auf unserem weiteren Weg nach Norden in Richtung Murmansk.
Doch HALT, hÀtten wir an diesem Tag noch in Saint Petersburg mit unserer heiligen Kuh auf die Baustelle des höchsten GebÀudes in Europa, in 360 Meter Höhe fahren können, hÀtten wir sicher auch diiieee Foto- und Videoaufnahmen unseres Lebens gemacht. Dann wÀren wir da oben,

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https://www.youtube.com/watch?v=UUpab1Jl2D8

und könnten hier ein Bild eines runden Regenbogens einstellen.
Waren wir aber nicht...
Wir waren unten auf der Straße in Richtung Murmansk...

============================================================================
Jetzt arbeite ich am Teil 2 dieses Berichtes.

Bis dahin grĂŒĂŸt erst einmal aus Niederbayern
RolandderÀltere
Zuletzt geÀndert von RolandderÀltere am 23.02.2018, 22:39, insgesamt 1-mal geÀndert.
der mit dem fussbodenbeheizten, hochschlĂ€ferbestĂŒckten, 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 71 seit 1971 mit VW Bulli bereisten LĂ€ndern.

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Re: Murmansk und so... Teil 1

Beitragvon gvz » 23.02.2018, 22:28

Spannend :bumsfreunde

bitte weiterschreiben :bet
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Re: Murmansk und so... Teil 1

Beitragvon SeYeR » 24.02.2018, 09:30

:bumsfreunde Top gerne mehr davon!

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Re: Murmansk und so... Teil 1

Beitragvon Bielefelder » 24.02.2018, 11:23

Wunderbarer Reisebericht, Roland!
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Peter
GrĂŒĂŸe aus Bielefeld
Peter

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Re: Murmansk und so... Teil 1

Beitragvon Eisen » 24.02.2018, 16:05

Ahoj, Roland,
ihr seid ja wieder ordentlich "rumgekommen"! ;-) Das ganze klingt wirklich sehr entspannt. Wie weit kommt man denn dort ohne Russisch-Kenntnisse? Also so wirklich null? Rein zwischenmenschlich kann ich mir das problemlos vorstellen, geht bestimmt super. Aber so organisatorisch und bĂŒrokratisch?

Viele grĂŒĂŸe,
Eisen


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