Russland "vor der Krim" 2. Teil

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Rolandder├Ąltere
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Russland "vor der Krim" 2. Teil

Beitragvon Rolandder├Ąltere » 08.01.2017, 19:56

Rolandder├Ąltere hat geschrieben:Dann soll es mal weiter gehen im Kaukasus:

Georgien
Verfasst am: So Sep 15, 2013 8:02 pm

Hallo,

in bester Laune k├Ânnen wir jetzt aus Georgien weiter berichten.

Unsere Ausreise aus Russland verlief, mittlerweile erwartungsgem├Ą├č, reibungslos.
Die Kontrolle der Zolldeklaration beschr├Ąnkte sich auf einen Vergleich mit dem Nummernschild unserer heiligen Kuh.
Dann am Polizeischalter eine gr├╝ndliche Kontrolle wohl s├Ąmtlicher Sicherheitsmerkmale, die unsere Russlandvisa und Reisep├Ąsse so in sich tragen: "Do swidanija"!
Das war┬┤s.
Die schon im 2. Reisebericht erw├Ąhnte Frage nach unserer Registrierung blieb aus.
F├╝r Reisende im Reise-Wohnmobil wohl wirklich kein Thema mehr.
Uff.

Am 25. August kamen wir, nach ebenfalls problemloser und korrekter Grenzabfertigung ("Welcome to Georgia") ├╝ber die letzte Schranke in das Land.

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Es begr├╝├čte uns auf der Stelle mit einer seiner auff├Ąlligsten Eigenarten:
Die unm├Âglichsten Autofahrer, die wir jemals kennen lernten!
Chaotischstes vorw├Ąrts dr├Ąngen vieler bis zur vollst├Ąndigen Blockade der Fahrbahn. So etwas ist uns von Reisen schon bekannt. Allerdings Jahrzehnte zur├╝ckliegend. In Russland k├Ânnen wir uns das nicht vorstellen. Nicht an einem Kontrollpunkt, der von Staatsbeamten gef├╝hrt wird.

Unser Bericht ├╝ber Russland fing ja auch mit den besonderen Verkehrsregeln an, die man sich erst einmal zu eigen machen muss, dann konnte man schon gut damit zurecht kommen. Heute sind wir den 22. Tag in Georgien, haben 2 Mal die Hauptstadt durchfahren und m├╝ssen leider sagen: So nett, wie die Georgier allgemein auch sind, beim Autofahren sind zu viele absolutes Gegenteil, so dass es zum Russischen Roulett in Georgien wird.
Wieder ist es das ├╝berholen, ebenfalls das heran preschen an jegliches Hindernis, wie z.B. eine rote Ampel, Baustellenhindernis oder gar Fu├čg├Ąngergruppe: Mit Hupe und ├╝berh├Âhtem Tempo, aber auch quietschenden Reifen. Das ist f├╝r uns in dieser Gr├Â├čenordnung wirkliches Neuland. Voraussehendes fahren noch mehr gefragt...

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Erster ├ťbernachtungsplatz war f├╝r 2 Tage bei der ber├╝hmten Kirche vor dem 5033m hohen Berg Kazbek, die Touristenattraktion im Nordosten schlechthin. Die ca. 6 Km Strecke vom letzten Ort dort hin ist recht schmal und teilweise haarig. Damit Reparaturarbeiten ├╝berhaupt statt finden k├Ânnen, finden sie unter den Augen der Polizei statt.

Vom letzten Dorf im Tal werden andere Touristen mit Allradtaxis und Pferde die Serpentinen hoch bef├Ârdert. Sportlichere Typen gehen fast Luftlinie per Pedes. 1,2 Stunden Aufstieg ben├Âtigten die schnellsten, die wir dort sprachen. "Richtige" Alpinisten waren aber auch bis kurz vor dem Kazbekgipfel dabei.

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Die Fahrt dort hoch hatte sich f├╝r uns gelohnt! Sollten wir hier doch gleich einen Vorgeschmack von dem bekommen, was uns in Georgien auf ca. 70 % der von uns ausgew├Ąhlten Strecken bevorstand.

Die 3 Monate in Russland hatten wir westeurop├Ąische Touristen ein wenig vermisst. Hier trafen wir an den ersten 2 Tagen ein vielfaches. Selbst 3 weitere Autotouristen waren dabei.

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Was man nicht alles unter einen Bann stellen kann:

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Nicht nur die nackte Haut oberhalb der wei├čen Turnschuhe im Hintergrund waren in der Kirche tabu, auch die Jeansbeine der Iris mussten mittels Tuch noch einmal verh├╝llt werden!
Notstandsma├čnahme?

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In dieser engen Linksserpentine bergab konnten wir bequem f├╝r dieses Foto anhalten.

Dass das Moniereisen auf Reifenh├Âhe bergauf und bei Gegenlicht dem linken Vorderachsreifen verdammt nahe kam, l├Ąsst mir jetzt noch Schwei├č ausbrechen...
Die Fahrer der Allradtaxis kennen dieses Eisen sicher.

Unsere 5 Reifen leben jetzt noch in einem prima Zustand.
"Am Kazbek" oben verabschiedete sich aber wortlos Iris ihr Laptop, der neuere von unseren beiden, in die ewigen (?) Jagdgr├╝nde. Au├čer dem K├╝hlerl├╝fter und Ladekontrolle tat sich absolut nichts mehr. Hardware!
Der Fachmann in Tiflis tauschte auf Verdacht einige Komponenten aus - Fehlanzeige. Er meinte, das wohl defekte Motherboard k├Ânne man in einigen Tagen wohl per Amazon aus dem Ausland kommen lassen...
Bl├Âd, dass auf den Festplatten gerade soo viele Informationen ├╝ber Georgien sind. Schlimmer aber noch, s├Ąmtliche Programme f├╝r unser Navi ebenfalls (dann nur noch zuhause auf unserer gro├čen Festplatte). Die Navikarten selbst haben wir aber auf SD Speicherkarten.


Tiflis oder Tibilisi, wie es hier nicht nur geschrieben, sondern auch ausgesprochen wird.

Gegens├Ątze, wie sie wohl schon per Gesetz zu einer Hauptstadt zu geh├Âren scheinen. Der Potsdamer Platz und Neuk├Âlln best├Ątigen das in unserer Hauptstadt auch.

Als Stadt lang, ewig lang gezogen.

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Alte und neue Pracht und Reichtum neben alter Pracht und nicht mehr Reichtum.

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In Tiflis suchten wir wieder einmal eine Touristinformation auf. Eigentlich nichts verwerfliches. Dass wir uns dann aber an den Stellplatztip von dort hielten, sollte uns eigentlich nicht mehr passieren:
Am Turtellake befindet sich ein ganz nettes Freizeitzentrum. Hier selbstverst├Ąndlich mit einem bewachten Parkplatz. Beim Eingang erkundigte ich mich mittels H├Ąnden und Fingern, was das Parken denn so koste. 2 Lari, ca. 1 ÔéČ f├╝r 12 Stunden hie├č es. Nun gut, also 2 ÔéČ f├╝r uns Langschl├Ąfer. Passt schon.

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Nach dem Einschlafen, gegen Mitternacht, weckte uns dieser Parkw├Ąchter aber recht unsanft und forderte sofort 10 Lari. Wir waren wieder in einer Umgebung gelandet, die den Tourismus in jeglicher Variante kennt...
Keine 2 Minuten, da hatten wir das Gel├Ąnde verlassen und fanden einen ruhigen Platz in einem W├Ąldchen. Stinksauer ob dieses Versuches der Erpressung.
Sofort kam wehm├╝tige Erinnerung an "unser Russland" auf.

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Unter Touristen geht die M├Ąr um, wegen des Kampfes gegen fr├╝her angeblich schlimme Korruption bei der Polizei werden jetzt s├Ąmtliche Polizeistationen als durchsichtige Glaspal├Ąste gebaut?
Genau wie in Russland erlebten wir bisher auch in Georgien noch nicht den kleinsten derartigen Versuch.

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Das liebe Geld regiert auch die Reisewelt.
F├╝r Diridari, Zaster, Pinkepinke, Moneten oder wie man zur Kohle noch sagen mag, sollte man irgendwie vorher schon gesorgt haben. Wie man heutzutage damit unterwegs aber klarkommt, daf├╝r haben ├ľkonomen und Politiker erfolgreich einiges auf die Beine gestellt.
Zwischen den, von uns in den letzten Jahren bereisten, L├Ąndern gibt es eigentlich keinerlei Probleme im Geldverkehr mehr. Ein Schwarzmarkt und somit Geldschmuggel ├╝ber die Grenzen ist ausgestorben, weil nicht mehr lohnend. Normale Mengen von "Restgeld" kann man mit ├╝ber die Grenze nehmen und bei einem zugelassenen Geldwechsler, zum angemessenen Kurs, in die neue W├Ąhrung umtauschen.
Die wichtigste Errungenschaft ist f├╝r uns aber der eigentliche Geldnachschub bei einer Langreise per Geldkarte und "Bankomat".
Absolut geb├╝hrenfrei und zum offiziellen Tageskurs "zieht" man sich mittlerweile weltweit jegliche W├Ąhrung. Wir mit der VISA Karte, unsere von der DKB (Deutsche Kreditbank) ├Ąhnlich gut gewiss aber mit Karten etlicher anderer Gesellschaften, die nur so um unsere Gunst werben.
Wenn man von zuhause per Vertrag mit der Bank auch noch die richtigen "Einstellungen" (limitieren der monatlichen Auszahlsumme) f├╝r diese Karte gemacht hat, vermeidet man auch absolut sicher, dass bei einem Kartenverlust auch noch das Konto leer ger├Ąumt werden kann.
F├╝r Partner (z.B. Ehepaare) gibt die DKB- VISA sogar 2 gleichberechtigte Karten heraus, bei der die verbleibende nach einem Verlust der einen weiterhin voll funktionsf├Ąhig bleibt.
Wer f├╝r "den Ernstfall" daheim keine Eltern oder die richtig guten Freunde hat, die bei einer au├čergew├Âhnlichen Katastrophe aushelfen, kann mit seiner Bank immer noch eine ├ťberweisung ausmachen, die telefonisch per Passwort auf den Weg geht.
Vor 3 Jahren machten wir in S├╝deuropa unseren letzten Versuch, mit Traveller Cheques unterwegs "fl├╝ssig" zu werden. Nie wieder!
Etliche Banken lehnten den Ankauf glattweg ab, andere berechneten eine Geb├╝hr bis zu 5%. Die 6% Verlust, incl. 1% Kaufgeb├╝hr, taten somit schon weh.

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Bilderr├Ątsel!
Wer kennt diesen Herrn denn noch?
Der Zustand seines Ehrenmals zeigt die wechselhafte Anerkennung die er selbst in seinem Geburtsland Georgien erlebte.
Heute gibt es hier etliche Stalinstra├čen und auch neue Denkmale.

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Das Stra├čennetz in Georgien gibt wieder alles her, was man sich so denken kann.
Hochmoderne Autobahnst├╝cke an der Grenze zu S├╝dossetien, gepflegte Alleen in Adjara, der s├╝dwestlichen autonomen Republik mit der Hauptstadt Batumi, akzeptable Hauptverbindungsstra├čen allenthalben. Dann Ortsverbindungen, die ich einfach nur "Altlasten" nennen kann. Wer einen aussagekr├Ąftigen ├ťberblick ├╝ber dieses Land gewinnen m├Âchte, lernt somit alles kennen. Da wir in der offiziellen Landkarte der Touristinformation, aber auch in unserem Navi, s├Ąmtliche Stra├čenzust├Ąnde gezeigt bekamen, die entweder Geschichte oder Zukunftsmusik waren, bewegten wir uns zu ca. 70 % unserer Fahrzeit auf federbrecherischen Pistenresten.
Auf dem Weg zu einigen Zielen mussten wir umdrehen. Zur Rkoni Br├╝cke sogar bei der Anfahrt von beiden Seiten, die die Karte zeigte.
Vom S├╝den aus war, wohl wegen Erdrutsch, nur noch ein Fu├čweg ├╝brig, vom Norden war es diese Furt, bei der der Treiber seiner heiligen Kuh streikte und alle Beteiligten diese Strecke bei der vorzeitigen R├╝ckfahrt noch einmal genossen. Die Wassertiefe versprach ein zu gro├čes Risiko mit der Aussicht, bei diesem Spiel den 2. Sieg davon zu tragen. Gewitter vor und nach diesem Tag dort stellten auch noch einen wesentlich h├Âheren Wasserstand in Aussicht.
"Schisser"? Nun wenn ja, dann aber auch ein bekennender!

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Hier die Dandalo Br├╝cke. Ungef├Ąhr so h├Ątte ein Foto von der Rkoni Br├╝cke ausschauen sollen.
Vielleicht gar mit einer Eigenproduktion von der heiligen Kuh drauf:

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Hier hat wohl jemand etwas dagegen, dass mit unserer heiligen Kuh auch noch was anderes gemacht wird, als zu reisen.
Ich auch!

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Mit dem Neuland ist dieser Tage so ziemlich Schluss.
Wahrscheinlich morgen werden wir ├╝ber die Grenze in die T├╝rkei fahren. Ab da sehen wir die weitere Fahrt bis nach Bayern dann als R├╝ckreise an.
Wie beim letzten Bericht soll das dann erst wieder einmal hei├čen, dass unser www Zugang nicht sicher ist und der folgende Bericht wieder auf sich warten lassen kann.

Vertreibt Euch bitte diese Zeit nur mit angenehmen

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und seid von einem sch├Ânen Flussufer in der N├Ąhe von Akhaltsikhe in Georgien
wieder einmal recht herzlich gegr├╝├čt

von der Iris mit ihrem ├Ąlteren Roland

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T├╝rkei bis in den Heimatstall
Verfasst am: Sa Okt 26, 2013 1:07 pm

Hallo,

wie letztlich schon als m├Âglich angek├╝ndigt, gab es dann bis nach Niederbayern kaum noch Internet f├╝r uns, vor allem wurde der Sog der heimischen Stallluft derma├čen stark, dass unterwegs keinerlei Zeit mehr f├╝r den Reisebericht ├╝brig blieb.

Nun aber der Reihe nach:

Bevor wir an die t├╝rkische Grenze kamen, sollten wir doch noch einmal ein Problem(chen) am K├╝hlsystem unserer heiligen Kuh beheben. Noch einmal ein elektrisches. Hier wieder einen Link zur technischen Beschreibung in diesem Syncro Forum.
...Und mittlerweile wieder einmal nur noch die Trauernachricht: Das alte IG Syncro 16ÔÇť Forum ist Geschichte.

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Die Grenzkontrollen der Georgier und dann der T├╝rken (wir kreuzten die Grenze bei Akhaltsikhe/ Posof) schienen irgendwie im Wettbewerb zu stehen:
Neben dem abstempeln der P├Ąsse wollte wohl ein jeder alles auf eine noch k├╝rzere "Bel├Ąstigung" der deutschen Touristen bringen wie der andere.
Strahlende Augen nach unserem "see you again" zu den Georgiern und dann "Merhaba" bei den T├╝rken.
Bei letzteren die Frage, ob wir schon einmal in der T├╝rkei gewesen w├Ąren, beantwortete ich mit "Ja, zuerst 1968". Bei dem perfekt deutsch sprechenden Polizisten ergab das ein gewaltiges Lachen: "Da bin ich ja gerade geboren." Na ja, da musste ja sowieso alles in Ordnung sein...
Zollkontrolle auf beiden Seiten keine.

Die T├╝rkei!
Wir querten sie vom fernen Osten nach Europa haupts├Ąchlich am Schwarzen Meer entlang.

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Alles schwarz!

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Dieses Mal wieder voller extrem positiver ├ťberraschungen.

Die Zeugnisse der enormen Baut├Ątigkeit der letzten Jahrzehnte, zuletzt querten wir 1976 dieses Land, verbl├╝fften uns ob ihrer Gr├Â├čenordnung.
Aber nicht nur. Vor 37 Jahren war in der l├Ąndlichen T├╝rkei das Baumaterial ├╝berwiegend noch der Naturstein- heute fast nur noch industriell hergestellte Ziegel und Beton.
Hausfassaden hatten damals "DDR- Farbe", heute sehr oft die fr├Âhlichsten bunten Anstriche. Auf vielen D├Ąchern Solarthermie- Brauchwasserw├Ąrmer heimischer Produktion.

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Passende Baukl├Âtze staunten wir, als wir dann bald erkannten, mit welchem Qualit├Ątstandart der Bau der Stra├čen, Tunnels und Staustufen, also die wohl staatlichen Projekte, ausgef├╝hrt wird:
Die neuen Stra├čen entstehen so gro├č, dass sich das Verkehrsaufkommen noch vielfach vermehren kann. Man ist jetzt oft noch weit und breit alleine unterwegs (wir starteten in der ├Âstlichen Provinz Ardahan!). Die Fundamente reichen derma├čen weit in die Tiefe, dass alles wohl auch f├╝r tausend Jahre gut sein sollte. Oder aber f├╝r Erdbeben?
Die Tunnel w├╝rden glatt auf den ersten Stellen eines ADAC Tests stehen. GPS Empfang ist da drinnen nat├╝rlich Standart.

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F├╝r den Staustufenbau wird die daf├╝r notwendige Infrastruktur komplett in die Berge versetzt. An Ort und Stelle werden da ganze "Schotterm├╝hlen" und Betonwerke errichtet. Und, und und...
Bei all dem wird auch Wert auf gewisse Vertr├Ąglichkeiten gelegt. Die Arbeitercamps machen einen blitzsauberen Eindruck, die notwendigen Umleitungen der alten Stra├čen sind meist schon besser als sie vor Baubeginn waren und, baustellenbedingte, Stra├čenverschmutzungen werden mittels Wassersprengwagen entsch├Ąrft.
Auch die vielen Neubauten der H├Ąuser in St├Ądten und den meisten D├Ârfern ver├Ąnderten "unsere" T├╝rkei gewaltig.

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Die Weltmeisternation im grillen fand eine L├Âsung, den nachbarlichen Frieden auch bei innerst├Ądtischer Rauchentwicklung zu erhalten. Schornsteinanschl├╝sse auf jedem Balkon.

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Wir w├╝nschen ihr jetzt zu all dem, dass die Finanzierung dieser Anstrengungen auf stabileren F├╝├čen steht, wie bei den s├╝deurop├Ąischen Beispielen.

Was sich auf unserem Wege zum Gl├╝ck nicht ver├Ąnderte, ist die Einstellung zu Reisenden, heute eben uns Touristen. Die ├╝berschw├Ąngliche Aufmerksam - und Freundlichkeit war wieder gewaltig und ging oft bemerkenswerte Bahnen:
Alleine das Erkennen des ausl├Ąndischen Nummernschildes veranlasste den in einer Kolonne entgegenkommenden LKW Fahrer an einer Engstelle so zu stoppen, dass niemand mehr weiter fahren konnte, und uns eine Hand voll N├╝sse zu reichen.
Vor Teeh├Ąusern sitzende M├Ąnner riefen (manchmal auch auf deutsch) und zeigten mit Gesten, ich (!) solle mich doch auf einen Tee zu ihnen begeben.

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Wenn wir, in der N├Ąhe von D├Ârfern, an unseren Standpl├Ątzen erkannt wurden, kam bald ein Mann um uns vielleicht notwendige Hilfe anzubieten, dann aber oft wieder mit allen m├Âglichen Gaben aus dem eigenen Garten oder der Vorratskammer.
Zu einem Parkplatz zur├╝ck kehrend stellten wir mehrfach fest, als wir die Kassierer entdeckten, dass der ja geb├╝hrenpflichtig war. Deren einziges Ansinnen war jeweils "G├╝lle G├╝lle (auf Wiedersehen) und Tsch├╝├č"...
Mit manchen gr├Â├čeren Gaben haben wir auch nach Jahren des Reisens immer noch ein gewisses Problem. Haupts├Ąchlich, weil wir ja meistens gar nichts Materielles zur├╝ck geben k├Ânnen.
Nicht unwesentlich ist, dass in unserem Kulturkreis die Gastfreundschaft einen ganz anderen Stellenwert hat. Letztendlich bleibt aber auch noch, dass durch ├╝berm├Ą├čiges "zulangen" mancher Touristen diese Gastfreundschaft ├╝berstrapaziert wird und sich entweder in eine Entt├Ąuschung, oft dann aber auch in "Abzocke dieser Klientel" entwickelt.
Leidtragende unserer Einstellung wurden wir selber in Istanbul.
Dort lebt Altug, der, hier im Syncro Forum bestens bekannt als Helfer f├╝r T3 Fahrer bei allen m├Âglichen Problemen, schon viele auf seiner heimischen Couch sitzen hatte. ├ťber ihn h├Ątten wir sicher viel ├╝ber die "Anatolien VW Gemeinde" kennen lernen k├Ânnen.
Er m├Âge uns bitte verzeihen, dass wir dieses Mal durch Istanbul einfach so ohne Stopp durch rauschten. Einen nur kurzen H├Âflichkeitskontakt konnten wir uns einfach nicht vorstellen.

Trotz obiger Beschreibung des Fortschritts der Stra├čenbauma├čnahmen bietet die T├╝rkei aber auch eine Menge Pisten, die eine artgerechte Fortbewegung unserer Syncros erm├Âglichen.

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Stra├čenkartenm├Ą├čig waren wir f├╝r die T├╝rkei unzureichend ausgestattet. OSM- Karten f├╝rs Navi hatten wir nicht f├╝r notwendig gehalten, meinte Garmin doch die ganze T├╝rkei abzudecken. Pech. Unsere ist dort derma├čen schlecht, dass wir in einer Stadt stehend, in unserem Navi lasen, wir h├Ątten noch 40 Km zu fahren (?). Hier erst Recht keine Hinweise zum Zustand der Stra├čen.
Unsere vor Ort erstandene "T├╝rkiye Karayollari Haritasi", die t├╝rkische Stra├čenkarte, zeigt auch Stra├čenzust├Ąnde auf. Auf jeden Fall fuhren wir haarige Pisten, bis in den Grenzbereich gehende Steigungen und anderes atemberaubende mit dieser Karte nach dem Zufallsprinzip.
Absolut auch ein Grund, den Syncro in die T├╝rkei zu lenken!

Von den dieses Mal 11 bereisten L├Ąndern war die T├╝rkei das teuerste!
Ist vielen ja egal.

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Von Deutschland aus kommend, kann man sich gut vorher mit allen notwendigen Verbrauchsartikeln eindecken. Bis auf Schweinefleischerzeugnisse w├Ąre das vom kulinarischen Gesichtspunkt aber schade. Alle anderen Lebensmittel und Speisen in den M├Ąrkten und Restaurants sind es absolut Wert "vor Ort" genossen zu werden!

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Die Sprittanks haben von heimatlichem aber nichts mehr. P├Âl bieten die bulgarischen Superm├Ąrkte ja noch einmal g├╝nstig (bis runter auf einen Euro/Liter). In der T├╝rkei klingelt es dann aber auch wieder beim "BIM" und "A101", die t├╝rkischen "ALDI" Varianten mit ca. ÔéČ 1,20. Bei t├╝rkischen Dieselpreisen um die 1,80 Euro herum.

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In Richtung BRD fahrend hie├č das nat├╝rlich, dass wir endg├╝ltig wieder einen appetitlichen Frittenduft in die Landschaft zauberten.

Was sich leider nicht ver├Ąnderte, ist im ersten Teil dieser T├╝rkeiquerung der Eindruck, den die Rolle der meisten Frauen dort auf uns gemacht hat!
Mit meiner Iris habe ich da eine kompetente Urteilende.
Da sie vor 37 Jahren ja auch 37 Jahre j├╝nger war, darf sie heute so manches auch unter diesem Aspekt sehen.
Augenkontakt, ein L├Ącheln, eine positive Geste, eine weitergehende Kommunikation - das ist auch f├╝r Frauen der ├╝blichste gute Weg sich anzun├Ąhern.
Meine Blicke und Gesten zu M├Ąnnern wurden immer ├Ąu├čerst positiv und auf weiteres ausgerichtet entgegnet. Bei Frauen war schon klar, dass es das von mir aus nicht gibt. Aber bei Blicken von Frauen zu Frauen? Lange war das auf unserem Weg in der T├╝rkei einfach "nicht drin".

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Je n├Ąher wir in Richtung Europa kamen, um so mehr verfl├╝chtigte sich das dann zum Gl├╝ck.
Es war ein richtiger Genuss, als die erste, so richtig nach t├╝rkisch-islamischen Richtlinien bekleidete, junge Frau die Iris anl├Ąchelte und annickte... Ausnahmen mit "gewagter" bekleideten Frauen gab es nat├╝rlich ├╝berall.
In Istanbul immer mehr Normalit├Ąt.

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Um Istanbul fuhren wir eigentlich nur noch auf Autobahnen. Ja, wir waren auf dem direkten Wege nach Hause. Alle Langsamreisegewohnheiten und -gen├╝sse vergessen.
Die Erdteilgrenze hatten wir auch auf der Autobahn und einer der Bosporusbr├╝cken.
Was wir aus dieser Perspektive sahen, gab uns ein Gef├╝hl der Sicherheit f├╝r das gute Gelingen der Olympiade 2020.

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Eine "Superlative" besonderer Art hatte die T├╝rkei w├Ąhrend dieser gut 2 Wochen f├╝r uns noch:
Wir sahen in dieser Zeit keinen einzigen VW T3! In Worten: NULL!
Den gegenteiligen Rekord h├Ąlt da die russische Stadt Prohladnyj mit einem T3 Syncro und 8 ÔÇ×normalenÔÇť, 2 WD┬┤s.
Als ├ťberraschung gab es hier dann aber gleich einen T2 am Stra├čenrand. Schon noch recht weit ├Âstlich am schwarzen Meer. Zu haben! Interessenten daran kann ich gerne mit weiteren Fotos und Daten dienen.

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Ist Euch bis hierher aufgefallen, dass ich gar nichts negatives zum t├╝rkischen Autofahren von mir gab?
Da gab es einfach nichts.
Seit der Einreise gab es auf der Stra├če wieder H├Âflichkeit und R├╝cksichtnahme!

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Gut, dieses DUR schien ja so manches Mal "DURCHFAHREN" zu hei├čen, aber doch immer mit deutlicher Vorsicht.
Das ging ab da dann ganz einfach so weiter in:

Bulgarien!
Von der T├╝rkei nach Bulgarien querten wir die EU- Au├čengrenze - zur├╝ck.
Vergleichend mit der anderen EU- Au├čengrenze estl├Ąndisch - russischen Grenze empfanden wir die Kontrolle ÔÇô so gegen Null.

In Bulgarien - wieder Autobahn, wo es nur ging. ((Pfui)).

Wir konnten noch einmal fast alles auf kyrillisch lesen.

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F├╝r uns Geizh├Ąlse war das Einkaufen f├╝r die heimische Tiefk├╝hltruhe ein Genuss. Die Preise f├╝r hochwertigste Genuss- und Nahrungsmittel waren Tiefstpreise.

Serbien!
In Serbien hatten wir ja schon den Autoput angepeilt. Maut- jetzt ok. Langweilige Autobahn nun - sollte man meinen.

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Die hatten, wohl als Entlangeweiler geplant, aber noch was parat:

Jahrzehnte lang diskutieren wir schon mit allen G├Âttern und Welten ├╝ber das Thema Reisemobil, Wohnmobil, Campingpl├Ątze, Stellpl├Ątze und ├╝bernachten da und darin. ├ťberwiegend ├╝ber die Auswahl eines guten, sicheren, Stellplatzes f├╝r die kommende Nacht.
Oft warnten wir Wohnmobilisten, ihre Nacht auf Autobahnrastpl├Ątzen zu verbringen. Dort gibt es ja schlie├člich Profis einer bestimmten Art, die sich auf das ├ťberfallen n├Ąchtigender LKW Fahrer und Wohnmobilisten spezialisiert haben! Laut Polizei, ADAC u.s.w..
Die absolut einzige d├Ąmliche Ausnahme machten wir dann in
N 44.57484┬░, E 020.64885┬░.
Hier gibt es sie, solch eine b├Âse Person!
Als wir auf diesem Rastplatz an der Gazprom- Tankstelle morgens weiterfahren wollten, gab es erst einmal einen Schluckauf.
Durch die Fahrer- und Beifahrert├╝r der heiligen Kuh wurde ein Einbruch versucht!

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Durch Manipulationen wurden die Zylinder der Fahrer- und Beifahrert├╝rschl├Âsser zerst├Ârt und die T├╝ren ge├Âffnet.
Wieder einmal G├Âtter oder so waren uns gn├Ądig.
Meine Sicherungen der Fahrerhaustüren ersparten massiven Ärger:

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Die ├ľffnung der T├╝ren gelang nur ca.1 cm weit.

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Was w├Ąre wohl, wenn ich diesem(r) Einbrecher(in) "Auge in Auge" gegen├╝ber gestanden w├Ąre?
Wie h├Ątte sie sich vor einer eventuellen Entlarvung gesch├╝tzt?
Wie bl├Âd h├Ątte ich darauf vielleicht reagiert?
Auf jeden Fall waren beide T├╝ren nur ca. einen Zentimeter zu ├Âffnen. Danach hatte ich dann "das richtige Holz in der T├╝re" und sie lie├č wohl von ihrem Vorhaben ab.
"Wenn jemand an den Schl├Âssern fummelt, wache ich schon auf" ÔÇô dieser Gedanke ist fast schon Garantie f├╝r einen Trugschluss.

Unsere pers├Ânliche Statistik:
Wir sind seit 1971 mit dem Bulli in 61 L├Ąndern campend unterwegs.
1974 ein Einbruch im Bulli vor der Haust├╝re in M├╝nchen.
2009 ein Raubversuch in Vlotho, auf dem Womo- Stellplatz an der Weser von Besoffenen. Dieses Mal in Serbien bringt meine Statistik so richtig unr├╝hmlich f├╝r das Ausland durcheinander.

Ungarn!
Na ja, dass der korrekte ungarische Z├Âllner ein paar Fragen mehr stellte war ja fast schon beruhigend. Leider hatten wir aber nichts ├╝ber dem Limit eingef├╝hrt, um das es da interessanter Weise gegangen w├Ąre.
Ansonsten gab es in Ungarn ein Erwachen:
ORDNUNG vor allem!

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Seit Russland gab es Freiheiten, die in vielen L├Ąndern den Charme mit ausmachen. Sichtbar war das auch an sehr individuellen "Pflegestufen" der Grundst├╝cksansichten. In Schw├Ąbischungarn waren wir dann wieder vorzeitig zuhause.
Eine gewisse Beklemmung stellte sich bei mir ein.
Zum tanken aus unserer Reserve stellten wir uns z.B. auf eine Wiese neben der Stra├če. Bald kam da jemand, der meinte wir m├Âgen doch bitte wegfahren, das hier sei ein Privatgrundst├╝ck.
In der T├╝rkei w├Ąhlten wir einmal abends eine gleichartige Wiese zum ├╝bernachten. Nach unserer Langschl├Ąferei war da doch etwas vor dem Auto, was am Abend nicht da war:

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Der Spender tauchte auch noch auf und war nicht vor unserem gemeinsamen Fr├╝hst├╝ck auf seiner Ranch bereit uns zu verabschieden...

├ľsterreich,
was soll ich denn hier dar├╝ber schreiben? Eine ├ťbernachtung an dem sehr ruhigen Bahnhof in Waldegg. Eine weitere auf dem Parkplatz gegen├╝ber einer Jausenwirtschaft. Das sahen wir aber erst am n├Ąchsten Tag.

Ab Passau (10.10.2013) merkten wir bald, dass Ihr alle Eure Suppe nicht so richtig gegessen hattet. Diese Menge Regen war ja nicht wirklich nett, hat uns dann aber doch mit einer einigerma├čen gut gewaschenen heiligen Kuh vor dem heimischen Stall ankommen lassen.

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Schluss mit dem aktuellen Bericht von unserer Russlandreise!

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Hier werde ich in der Zukunft weiterhin gezielt Fotos einstellen, die bestimmte Themen dieser Reise betreffen, aber auch Themen weiterverfolgen, die sich passend vielleicht noch ergeben.

Jetzt seid Ihr dran,
gr├╝├čen wieder aus Niederbayern

die Iris
mit ihrem ├Ąlteren Roland

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_________________
Rolandder├Ąltere,

der mit dem fussbodenbeheizten, hochschl├Ąferbest├╝ckten, 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 70 seit 1971 mit VW Bulli bereisten L├Ąndern
aus Niederbayern gr├╝├čend

Zur├╝ck zu ÔÇ×Tourbeschreibungen/Campingplatz Tips/Stellpl├Ątze f├╝r eine NachtÔÇť

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